„Raupentechnik“ am Hohenstein

Es ist Sommer, um die 32°C, da geht man am besten an einen Fels mit längerem Zustieg und schattigen Kaminen. Oder?

Hohenstein Standplatz

Als Vorbereitung für meinen Norwegen Ausflug, habe ich mal meinen Seilpartner Oli mit ihn den Hohenstein geschleppt. Da soll man ja zumindest ein bisschen Dolomitenflair vorfinden. Da die Wetteraussichten „super“ waren, machten wir uns gleich morgens früh auf den Weg  mit steilem Zustieg.

Wir waren das erste Mal durchgeschwitzt!

Aber egal, denn es war tatsächlich bei der Ankunft an der Eibenwand niemand anderes zu sehen. Wir hatten also freie Auswahl! Also zum Warmwerden gleich mal in die Kinowand, laut Peter eine UIAA 4 mit drei *** . Schnell die Schlosserei an den Gurt getüdelt und hoch. Man scheinbar war ich schon zu lange nicht draußen klettern, die korrekten Griffe waren gar nicht farblich markiert und so wurde es eine gefühlt sehr schwere 4. Aber irgendwann war da in einer kleinen Spalte auch ein hervorragender Stand- bzw. Sitzplatz.

Hohenstein Stand

Da kann man super den Nachsteiger nachholen, der dann allerdings keinen Platz mehr findet und wohl dann vorsteigen muss 😉

Wir wunderten uns ein bisschen über die Mühe, die wir mit der „4“ hatten, wieder unten war es dann wohl auch eher der Spiralriss, den wir geklettert waren, der mit UIAA 5- auch eher passte.

Wir waren das zweite Mal durchgeschwitzt!

Die Sonne stieg höher und wanderte um die Fledermauskante herum und so suchten wir uns noch eine gaaanz einfache Route aus. Der Clementkamin an der Niedersachsenwand sollte es sein. Eine kleine Stärkung und hopp, kann ja nicht so schwierig sein so eine 3+.

Der Einstieg war gemacht und auch diese Route verdient die zwei ** vom Peter. An einer Stelle sollte man aber darauf achten, dass der Kamin zwar nicht zu Ende ist, aber die Route dann etwas links davon verläuft. Sollte! Ich war ja begeistert vom Kamin-Klettern, so dass ich mich entschied hier auch gleich noch so durch zu klettern, das muss ja in einer Route mit Kamin im Namen bestimmt so.

So ein enger Kamin ist ja nichts für mich. Leider kann man da auch nicht mehr zur Wand hin raus, da  er sich bis auf 20cm verengt und wieder runter ist ja auch keine Lösung. Also Luftanhalten hoch robben, Luftholen blockiert dann sicher im Kamin und das wiederholt man einfach ein paar Mal.

Lohn der ganzen Mühe ist ein toller Standplatz mit perfekter Aussicht über das Weserbergland.

Hohenstein Aussicht

Der Oli tat sich zu meiner Genugtuung ebenso schwer mit der Engstelle und so war der Begriff der „Raupentechnik“ schell geboren, jedenfalls sieht es so aus, wenn man von oben draufschaut, und man außer Nachsichern nichts weiter zu tun hat, als sich zu amüsieren.

Wir waren das dritte Mal durchgeschwitzt!

Mein Fazit des Tages:

1. bei 32°C ist jeder Zustieg zu lang! 2. Topo lesen (und vor allem behalten) will gelernt sein, und 3. Egal welche Bedingungen vorherrschen und welche Schwierigkeit man klettert, Spaß kann man immer haben!

 

Ach so: Nach dem Abstieg zum Auto, waren wir das vierte Mal durchgeschwitzt!

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